Neuseeland, oder „Hin und wieder zurück“, Teil 2: Auckland

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Nun, obwohl mir selbst schon Bange wird vor der Menge Fotos, denen ihr gleich ausgesetzt sein werdet, erzähle ich am besten etwas über Auckland. Von vornherein eine Warnung: es gibt viel Architektur. Außerdem kleine Skulpturen, Gärten, Parks und Vögel – die trifft man auch an. 🙂 Außerdem ein paar nützliche Links und Empfehlungen. 😀 😀

Wir wohnten im Hotel „Auckland City Oaks“: http://www.vrhotels.co.nz/hotels/auckland-city/auckland-city-oaks. Irgendwie haben wir es geschafft, ein Upgrade zu bekommen, und so hatten wir einen Appartement mit gleich zwei Schlafzimmern.

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Ein weiteres Plus ist eine Küche mit Geschirrspüler, Kochfeld (auf dem gerade meine Jacke gebraten wird), Bad mit Waschmaschine. Das Frühstück (Muffin, Äpfel, Saft, Yoghurt) wurde uns ins Zimmer am Nachmittag gebracht; außerdem gab es viele Tee-, Kaffee-, und Zuckerpackungen, sowie einen Milchvorrat im Kühlschrank.

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Der Reiseveranstalter hat das Hotel sehr vernünftig gewählt: gleich im Stadtzentrum, 20 Minuten Fußweg bis zur Bucht. Sehr süße Mädels an der Reception. Gleich daneben war ein Polizeirevier und eine Feuerwache – sprich, völlige Sicherheit. 😀 😀 Hier ist die Feuerwache im Stil von Art-Deco, erbaut 1944.

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Vor dem Abflug überlegten wir uns, was zwei Jetlag-geplagte Menschen am Nachmittag unternehmen sollten. Wir beschlossen, eine Route abzulaufen, die der Reiseführer Lonely Planet anbietet. Die Route liegt im Auckland Central Business Disctrict (CBD). 🙂 Während des Spaziergangs schaltete mein Mann irgendwann ab, so dass wir ins Hotel zurückkehrten und am nächsten Morgen einfach weitermachten. 🙂 So dass wir ganz verschiedene Fotos haben: vom Abend, vom Morgen, mit Wolken und Sonne – für jeden Geschmack was dabei. 🙂

Ein nahegelegenes Hotel. Im Erdgeschoss liegt das „Tavern Albion“ mit hervorragenden Angeboten „Steak mit Salat für 10 NZ$“, das wir eines Abends gerne in Anspruch nahmen. 🙂

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Ebenfalls zwei Schritte weiter eine sympathische anglikanische Kirche von St. Matthias.

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Erbaut 1905 im neogothischen Stil.

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Dieses Poster besagt, dass hier Gottesdienste für schwule, lesbische, bisexuelle und transgender-Gemeindemitglider durchgeführt werden.

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In Auckland und Wellington gibt es sehr große Communities von Schwulen und Lesben, und überhaupt sind die Kiwis in dieser Hinsicht sehr entspannt. Wie es mir schien, sind die Neuseeländer ohnehin sehr „relaxed“, und zwar im guten Sinne. Das betrifft auch den Glauben. Selbst in kleinen Städten gibt es Kirchen für allerlei Konfessionen. Auch interessant: ein Drittel der Neuseeländer sind Atheisten.

Außerdem in dieser Kirche: Anonyme Alkoholiker.

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Lonely Planet schlägt vor,  den Spaziergang am Karangahape Road (kurz: K-Road) zu beginnen. Vor den Europäern hatten schon die Maori diese Straße angelegt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie zur großen Handelsstraße, doch nachdem in den 1960ern ein großer Verkehrsknoten gebaut wurde, mussten 50 000 Menschen in andere Stadteile umziehen. K-Road ist in die Verkommenheit geraten, es wurde eine unsichere Gegend und ein Rotlichtbezirk. Nun findet hier in vollen Zügen ein Gentrifizierungsprozess statt, d.h., das Viertel wird in einen wohlhabenden Wohnbezirk verwandelt. Jetzt sieht die Straße schon sehr ansehnlich aus, mit vielen Bars, Restaurants und Clubs.

Im Internet gibt es eine Community der K-Road, wo man einen Reiseführer über die Straße herunterladen kann. http://www.kroad.com/7_Heritage/700_HERITAGE.htm

Leider bin ich erst nach meiner Rückkehr darauf gestoßen. Andererseits hatten wir sehr wenig Zeit in Auckland, aber nächstes Mal werde ich von vornherein wissen, wohin ich gehe und was ich mir anschaue. 🙂

Auf der Straße findet man sehr originelle Gebäude von ehemaligen Handelshäusern und Hotels. Das hier ist z.B. der „Naval And Family Hotel“, erbaut 1897. Hier ist alles irgendwie vertreten: Queen Anne-Stil, englisches Barokko, italienische Einflüsse. Wenn man bedenkt, dass die Europäer sich hier 1840 ansiedelten, sind solche Häuser für Aucklend geradezu antik. 🙂

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Pitt Road Buildings auf der Pitt Road wurden 1904 erbaut. Hier war ein Handelshaus.

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Das Haus „Verona“ wurde 1924 erbaut und zu Ehren einer Pension genannt, die vorher an dieser Stelle stand.

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Tabernacle Chambers von 1908. Ich mag solche Gebäude sehr. Einerseits eklektisch, anderseits mit Elementen, die irgendwie ortsspezifisch sind. Und überall gibt es angetaute Markisen an den Fassaden.

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Die Straße selbst ist sehr lebhaft und hat viele Geschäfte. Hier noch ein Gebäude, St. Kevin’s Arcade, erbaut 1924-1926.

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Als wir eintraten, gingen wir an vielen SecondHand- und Vintage-Kleidungsläden vorbei. Außerdem ist hier der Eingang in den Myers Park, wo wir hinwollten. 😀

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Am Ausgang – Graffiti und sonstige Kreativität. 🙂

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Vor Mitte des 19. Jahrhunderts war hier ein Fluss, der später unter die Erde versteckt wurde. So dass man hier über ein altes Flussbett läuft. Ein Park wurde hier durch den ehemaligen Bürgermeister Arthur Myers 1913 angelegt. Nach verschiedenen Informationen spendete er zwischen 9 und 10 Tausend Pfund dafür. Das ist vielleicht ein Bürgermeister!

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Ein sehr sympathischer Park! Unten an der Treppe sitzt Michelangelos Moses und begutachtet Frauenbeine, wie ein Sportlehrer seine Schüler die Treppe rauf und runter hetzt. 🙂

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Auch im Park: eine ausdrucksvolle Skulptur „Fünf Ziegen“ von der chinesischen Partnerstadt Guangzhou. 😀

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Auch interessant: in allen größeren Städten in Neuseeland darf man auf der Straße keinen Alkohol trinken. Grundsätzlich nicht. Rund um die Uhr. Den Stadtvätern war dieses Problem anscheinend ein Dorn im Auge, daher diese radikale Lösung. Ich finde es richtig: in den umliegenden Pubs gibt es hervorragendes Bier und Cider. Und auch die Obdachlosen, die wir gelegentlich sahen, waren zwar angetrunken, aber tranken zumindest nicht in der Öffentlichkeit.

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Nachdem wir den Park verließen, steuerten wir auf die Hauptstraße zu, die Queen Street. Und gleich ein altes Hotel, „Queen’s Head“ entdeckt, dessen Fassade in ein modernes Bürogebäude eingebaut ist.

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Wenn man die Queen Street weiter runterläuft, entdeckt man links das sehr imposante Gebäude des Auckländer Stadtrats. Erbaut wurde es 1911 im englischen Barokko-Stil. Darin gibt es zwei Konzertsäle, die für ihre Akustik sehr gelobt werden.

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Zwischen den Häusern: die Kirche des Hl. Matthäus, die neben unserem Hotel steht. Sie beobachtet uns. 😀

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Weiterhin auf der Queen Street: ein weiteres historisches Gebäude mit eingebautem IMAX-Kino.

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Gleich daneben: der Civic Theatre von Auckland, das größte Theater Neuseelands, erbaut 1929. In seinem Inneren drehte Peter Jackson die berühmte Szene aus „King Kong“, wo Kong seine Ketten zerreißt und ausbricht.

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Details der Fassade.

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Wir hatten das Glück, das Theater beim Sonnenuntergang zu fotografieren. Es spiegelt sich in den Nachbargebäuden.

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Aufgabe für die Zukunft: irgendwie reinkommen, vielleicht zu einem guten Bühnenstück. 🙂 Und noch ein Foto von Civic.

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Diese Kreuzung haben wir mit viel Mühe verlassen. Ich schaffte es noch, dieses Gebäude etwas weiter zu knipsen: das Handelshaus „Smith &  Caughie“, das schon 1880 erbaut wurde. Hier könnte man sich ausgiebig dem Shopping widmen. Ich mag Häuser in solchem Architekturstil. 🙂 Erinnert mich an amerikanische Architektur, obwohl ich noch nie in Amerika gewesen bin.

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Und diese übergroße Pagoda schräg gegenüber vom Civic ist ein Backpacker-Paradies, das Hotel „Choice Plaza“. 🙂 Und ein chinesisches Restaurant.

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Weiterhin empfiehlt Lonely Planet, von der Queen Street nach rechts abzubiegen, dann nach links, dann nochmal rechts  und dann einen kleinen Platz zu überqueren, den Khartoum place.

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Das Besondere an diesem Platz ist, dass an seinem hinteren Ende an der Treppe, die zur oberen Ebene führt, 1993 ein Wandbild eröffnet wurde, das der Suffragetten-Bewegung gewidmet ist. Neuseeland war das erste Land weltweit, wo die Frauen Wahlrecht erhielten.

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Nachdem man die Treppe überwindet, kann man sich gleich auf die Kunst stürzen: gegenüber befindet sich das moderne Gebäude der Kunstgalerie von Auckland. Das alte Gebäude befindet sich etwas weiter, und wir haben es verpaßt: mein Mann war vom Jetlag bereits am Abschalten.

Doch hier zum Trost: die Biblothek nimmt am Google Art Project teil, so dass man einige Ausstellungsstücke online anschauen kann.
http://www.googleartproject.com/collection/auckland-art-gallery-toi-o-tamaki/

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Das moderne Gebäude wurde erst vor kurzem, im Jahre 2011 eröffnet. Hier mal etwas Kommunismus für euch: der Eintritt in die Gallerie ist KOSTENLOS. Außerdem kostenlos im Auckland: das Maritime Museum, was wir aber nicht mehr schafften. Auch in die Kunstgalerie liefen wir nur kurz rein – um diese wunderbare Installation zu fotografieren.

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Das ist die Arbeit eines südkoreanischen Künstlers Choi Jeong Hwa, «Kronleuchter aus Blumen». Die Blumen werden mit Luft vollgepumpt, dann wieder etwas leergepumpt, so dass sie sich auf- und ab bewegen, als würden sie aufblühen. 🙂 Und sie sind in ständiger Bewegung. 😀

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Hier gibt es diese Bewegung sogar als Videoaufnahme. 🙂 Der Blumenstrauß soll bis zum Herbst dieses Jahres dort hängen bleiben.

http://youtu.be/V-Psu3irta4

Hier erst mal eine kleine Unterbrechung. 🙂 Die nächste Etappe des Spaziergangs folgt sehr bald. 🙂

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