Neuseeland, oder „hin und wieder zurück“: Kaikoura und noch mehr Seebären!

Kaikoura ist eine Halbinsel im Osten der neuseeländischen Südinsel sowie das gleichnamige Städtchen, das sich dort befindet. Alle kommen her, um Wale, Delphine, Seebären und Seevögel zu sehen: schließlich sind sie hier überall. Dazu bietet man Boote, Hubschrauber, Flugzeuge, Kajaks oder einfach Schnorcheltauchen an.

Nachdem wir ins Hostel einchecken, gehen wir die Ostküste in Richtung Seebärenkolonie, über die Straße Kaikoura Peninsula Walkway.

Die Halbinsel verläuft so, dass man hervorragend die Küste sieht, an der wir entlang gefahren sind. Es ist unglaublich schön; man kann sich daran nicht sattsehen.

Vor 1000 Jahren lebten hier die Maori, die sich auf die Jagd auf den Riesenvogel Moa spezialisierten (am Ende waren es die Maori, die den auch ausgerottet haben). Im 19. Jahrhundert gab es hier mehrere befestigte Maori-Dörfer. Die Maori jagten nicht nur nach dem Moa, sondern angelten und fingen Langusten. Gegen 1828 fand in Kaikoura eine große Schlacht zwischen zwei Maoristämmen statt; es gab Hunderte von Opfern. Den weißen Siedlern, die etwa zehn Jahre später hier landeten, kam diese Schlacht bestimmt sehr gelegen.

Die riesigen Berge auf der gegenüberliegenden Seite an der Küste der Südinsel ist die Bergkette Kaikoura. Sie ist Teil der Southern Alps. Als wir diese Berge sahen, war es neuseeländischer Herbst, und der Schnee war weg. Man kann sie sich kaum verschneit vorstellen – dennoch kommt es auch vor.

Nur mit Mühe reißen wir uns von der Aussicht los und gehen weiter.

Am Strand sind wieder Unmengen an braunen Algen zu sehen.

Auf dem Kaikoura Peninsula Walkway gibt es viele Infotafeln mit Fotos zur Geschichte des Ortes. Ich finde das sehr schön, da es vom Respekt und Liebe zur eigenen Geschichte zeugt.

Die Häuser weiter hinten stehen am „New Wharf“ (Neuer Anlegeplatz), der 1909 statt des alten gebaut wurde, der etwas weiter lag. Jetzt ist davon nichts mehr übrig. Auch dort zu finden: das Aquarium (schafften wir nicht) und das Pier Hotel (dort aßen wir zu Abend).

Diese vielschichtigen Felsen sind aus Kalkstein. Die Halbinsel steht auf diesen Kalkschichten wie auf einem Stapel Pfannkuchen. Am Ufer haben die sich durch die Bewegungen der Erdkruste kreuz und quer geschoben. Außerdem werden sie ständig vom Wasser ausgespült.

Ein Foto muss her.

Auf unserem Weg begegnen wir so ein Schild. Die Zone zwischen der alten und der neuen Anlegestelle ist zu einer rāhui erklärt. Das ist eine Art Tabu (oder Tapu). Das Wort „Tabu“ stammt aus der Maorisprache und ist ein Verbot, etwas zu tun (wißt ihr noch die Szene aus „Die Kinder des Kapitän Grant“, wo die Bergspitze zu Tabu erklärt worden war?) In diesem Fall ist es ein Verbot, zu fischen, oder auch überhaupt irgendwelche Meerestiere zu erbeuten. Der Verbot wurde vom Fischereiministerium von Neuseeland erlassen. Was man immerhin darf, ist vom Kai aus zu angeln.

Wir gehen weiter am Fyffe Quay entlang. In diesem Teil der Halbinsel lebten die ersten Siedler. Zunächst gründete Robert Fyffe 1842 in der Nähe, auf dem Armers Beach, eine Walfangstation. In den 1860ern wurde sie zu einer großen Anlegestelle und einem Hafen. Seit 1909, nachdem der New Wharf gebaut wurde, nutzte man den Old Wharf zur kommerziellen Fischerei.

Gleich am Fyffe Quay steht das Haus, das der Familie von Robert Fyffe gehörte: Fyffe House.

Das ist das älteste erhaltene Gebäude in Kaikoura. Es stammt aus der Zeit, als auch die Walfangstation gebaut wurde.

Das Fundament ist aus Walknochen. Auch hier auf den Fotos sind es welche.

Noch eine Warnung am Ufer, dass man nicht fischen darf. Die Natur soll sich erholen.

Eine weitere Bucht auf unserem Weg: der Armers Beach. Hier war die Walfangstation. Nun ist hier eine archeologische Zone: ein Walfriedhof. Es ist strengstens verboten, von hier Walknochen wegzutragen (falls jemand sich ein Souvenir wünschen sollte). Ehrlich gesagt kann ich mir kaum die Ausmaße des Walfanges von damals vorstellen, obwohl es Fotos und Angaben dazu gibt. Wie gut, dass es so etwas nicht mehr in Neuseeland gibt!

Keine Toiletten hinter diesem Punkt! – warnt uns eine Infotafel.

Die Normen, wieviel eine Person angeln darf, sind strengstens reglementiert.

Die Straße führt weiter der Küste entlang; rechts kommen Hügel, die spärlich mit Bäumen bewachsen sind.

Ein Reiher wartet auf sein Abendessen.

Der erste Seebär! Das heißt, die Kolonie Point Kean ist nicht mehr weit! Sie befindet sich gleich an einem Parkplatz, der angelegt wurde, bevor die Seebären hierher zurückkehrten. Nun müssen Autofahrer also viele Regeln beachten; dafür können sie die Tiere aus nächster Nähe bestaunen.

Infotafeln.

Man sollte mindestens auf 10m Entfernung zu den Seebären gehen.

Genau das machen wir. Da liegt schon ein Bärchen am Wasser.

Keine Vögelnester stören! Nicht die Seebären anfassen! Nicht auf die Felsen bei Flut steigen!

Und noch mehr Informationen. In dieser Kolonie sind es meistens männliche Seebären. Sie sind ruhiger, als die Weibchen mit ihren Jungen, doch anfassen sollte man sie trotzdem nicht: sie beißen. Das Gefährlichste wäre, sich zwischen einem Seebär und dem Wasser zu stellen: dann denkt er, man will ihm den Weg zur Rettung abschneiden und wird angreifen.

Der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen: das Männchen ist obenrum massiver und etwa 2 Meter lang; das Weibchen ist untenrum dicker und ist bis 1,5 Meter lang.

Das Menü der Seebären von Kaikoura: leuchtende Anchovies, Kraken und Oktopusse. Durch diese Diät werden die schön dick und glänzend.

Die Seebären fressen im Ozean 2-3 Wochen lang, dann kehren sie an Land zurück, um sich auszuruhen. Bei Flut oder bei Sturm legen sie sogar an den Straßenrand.

Die Seebären werden von Möwen begleitet,

sowie von Wasserschnepfen…

…und Tölpeln.

Was für eine Entspannung, zum Rauschen der Wellen zu dösen!

Und das, obwohl sie das hier nicht sehen:

Und das auch nicht. Man hat sich schon dran gewöhnt!

Eine Inspektion durch Gänse.

Es wurde langsam Abend, daher gingen wir nicht weiter: man mußte über die Felsen spazieren. Wir kehrten um und gingen den gleichen Weg wieder zurück. Auf dem Weg trafen wir auf immer mehr Seebären.

Die Kühe sind immer noch beschäftigt.

Großartig!

Ein hiesiger Briefkassten.

Ein wunderschöner Bentley-Oldtimer, der am Pier Hotel geparkt hat.

Beim Abendessen gab es eine schöne Aussicht.

…sowie den leckeren hiesigen Lobster. Danach gingen wir ins Hostel zurück. Wir mussten am nächsten Morgen früh raus: es ging weiter nach Methven, außerdem wollten wir auf dem Weg in Christchurch vorbeischauen.

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