Neuseeland, oder „Hin und wieder zurück“: Russische Gespenster und das Embassy-Kino


Lange ernährt sich das Wellingtoner Eichhörnchen!.. All das (Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4) haben wir geschafft, in nur einem Tag zu sehen, und vor uns lag ein Kinobesuch im berühmten Wellingtoner Filmtheater, dem „Embassy“.

Auf dem Weg dorthin bemerkten wir eine weitere Skulptur aus der Schmiede von Weta Workshop:

Diese ist der Rugby-Weltmeisterschaft gewidmet, die 2011 in Neuseeland stattfand. Da Neuseeland neuerdings Weltmeister in Rugby wurde, bin ich gespannt, ob dieses Ereignis ebenfalls durch irgendeine Statue geehrt wird.

Die Poller in Wellington sind von sich entfaltenden Blättern des Kaponga-Silberfarns inspiriert, des Landessymbols von Neuseeland.

Wir gingen den gleichen Weg entlang, wie die Schauspieler auf den Weltpremieren von „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ und „Der Hobbit: Eine Unerwartete Reise“: über die Straße Courtenay Place, der Hauptstraße des Wellingtoner Amüsierviertels. Natürlich ist es nicht gerade Las Vegas: die Häuser hier haben maximal 2-3 Stockwerke. Dennoch kann man sich vor Kinos, Restaurans und Theatern kaum retten.

Rechts auf dem Foto das „Paramount“, das älteste erhaltene Kino von Wellington. Erbaut wurde es 1917. Es besitzt besitzt seinen Originalnamen bis heute.
Das hier ist St. James Theatre, das seine Pforten 1912 eröffnete. Dort fanden Vaudevilles und Theatervorstellungen sowie Filmvorführungen statt. Doch das Wichtigste: hier gibt es Gespenster! Der bekannteste Geist heißt „Juri“, ein mysteriöser russischer Balletttänzer, der hier angeblich in den 30er Jahren aufgetreten ist. Der Legende nach hatte er entweder Selbstmord begangen, indem er sich vom Bühnengerüst stürzte, oder aber wurde durch seine Freundin Pascha heruntergeschubst, ebenfalls einer russischen Tänzerin. Juri macht gerne Späße mit der Beleuchtung, indem er sie sporadisch an- und ausschaltet. Jedoch ist er gutmütig und rettet die Bühnenarbeiter oft vor Unfällen. Ferner gibt es in St. James eine „stöhnende Frau“, den Geist einer Schauspielerin, die zu Lebzeiten von ihren Kolleginnen so stark gemobbt wurde, dass sie Selbstmord beging. Ihr werden Verletzungen von Schauspielerinnen sowie etliche Zerrungen, Stürze und starke Erkältungen zugeschrieben, die Auftritte verhindern. Insgesamt wurden im Theater 27 Fälle paranormaler Aktivität aufgezeichnet.


Selbst der prosaische Burger King hat auf dem Courtenay Place ein schickes Gebäude abgestaubt, obwohl es über keine so aufregende Geschichte verfügt, wie St. James.

Über manch andere Häuser kann man nur den Kopf schütteln. Wie das eine Haus rechts von der Bank. Diese Gruft enthält… Appartements zum Mieten. Vom brutalen Parkhaus ganz rechts ganz zu schweigen.

Vor dem Embassy Theatre findet man eine weitere Weta-Skulptur: „Tripod“. Laut dem Chef von Weta Workshop, Richard Taylor, wurde diese Statue als Verneigung vor der Filmindustrie von Neuseeland und ihrer Fähigkeit erschaffen, kreativ alles mögliche aus dem, was gerade da ist, zu machen. Der „Stativ“ besteht aus Nintendo-Joysticks, Gameboys, Toastern und Radios. Als Okular dient ein Haartrockner.

Endlich: das Embassy Filmtheater, erbaut im gemischten Stil von Art Deco und Klassizismus im Jahre 1924. Damals hieß es „Theatre de Luxe“.

Wir wollten dort den „Hobbit“ anschauen, doch mussten enttäuscht werden. Wie sich herausstellte, spielen im Embassy Filme an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Zeiten. Deswegen haben wir es zum „Hobbit“ nicht mehr geschafft. Mein Mann war sehr enttäuscht, ich war da etwas stoischer.

Deswegen mussten wir uns Karten für einen anderen Film kaufen, die Dokumentation „Samsara“. Und das war ganz gut so: die hochvisuelle Doku hat uns sehr gefallen, und wir haben den Hauptsaal aufgesucht. Doch vorher ein obligatorisches Foto mit Gandalf. 😉


Im Laufe seiner Existenz wurde das Kino mehrfach umgebaut. Zwischen 1998 und 2003 wurden hier umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um das ursprüngliche Aussehen wiederherzustellen.

Der Eingangsbereich und die Marmortreppe, die in den ersten Stock führt.

Diese Kacheln wurden eigens für das restaurierte „Embassy“ erschaffen.

Der Weg zum „Black Sparrow“, der Bar im Erdgeschoss, sowie zu den Kassen.

In der Bar ist es sehr gemütlich. Während wir Schlange standen, machten wir ein paar Fotos von der Einrichtung.
Diese Bar war ein ganz neues Architekturprojekt bei der Restauration des Gebäudes. Vorher waren hier ganz andere Räumlichkeiten.


Endlich sind die Tickets erworben und man kann sich in den ersten Stock begeben.

Wer zum Hobbit will: links anstellen!

Im ersten Stock gibt es noch eine Bar. Dort tranken wir ein Gläßchen Wein in einer sehr angenehmen Atmosphäre.

Der gleiche Saal am Abend.

Für Fans erfreulich: an den Wänden hängen Fotos von der Weltpremiere von „Die Rückkehr des Königs“ sowie Gedächtnisplaketten.



Endlich wurden wir in den großen Saal gelassen. Es waren, zugegebenermaßen, sehr wenige Zuschauer außer uns da. Die Sessel im Saal sind sehr bequem!

Diese Lichtkugeln über den Eingängen haben mir sehr gefallen.

Nach „Samsara“ haben wir entdeckt, dass wir nicht die einzigen waren, die mit dem Hobbit daneben lagen. Nach dem Filmgenuss standen die Zuschauer auf, und fingen an, die Reihen abzuschreiten, um die persönlichen Plaketten der Schauspieler und Macher von „Herr der Ringe“ an den Sitzen zu suchen.
Die wichtigsten haben wir gefunden.








So haben wir diesen Punkt beinahe abgeschlossen. Doch ein Fotobericht über das „Embassy“ wäre unvollständig ohne… die Toiletten! Diese Klofotos darf man niemand vorenthalten. 😉 Ein intim anmutender Eingangsbereich, Kabinen aus dunklem Holz.

Ein abgefahrener Wandschirm! Hätte ihn nur zu gerne mitgenommen!

Lauter Begeisterung vor der Einrichtung!


Die Kacheln.

Wo wir beim Thema Kacheln sind: diese hier habe ich unweit dem Eingang zu unserem Hotel fotografiert. Der Hersteller war der gleiche wie beim „Embassy“! porteoustiles.co.nz Es gibt kein Entrinnen vor der Schönheit!

Als wir zum Hotel zurückkehrten, konnten wir kaum noch stehen, dabei mussten wir am nächsten Morgen früh raus: zur Fähre, um auf die Südinsel zu kommen. 🙂 Im nächsten Beitrag gibt’s dann viele Bilder von der Fähre!

Interessante Links:

Courtenay Place, Wellinton, Neuseeland Google Maps

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